Exoten
Exoten
Bennettkänguru (Notamacropus rufogriseus)
Das Bennettkänguru, auch Rotnackenwallaby genannt, ist der charmante Botschafter Australiens in unseren Breiten. Da es ausgesprochen robust und weitestgehend winterhart ist, gehört es zu den beliebtesten und am häufigsten gehaltenen Känguru-Arten in Europa.
- Wer ist wer? Mit einer Körperlänge von bis zu 92 cm zählt es zu den mittelgroßen Wallabys. Seinen Zweitnamen verdankt es dem auffällig rotbraun gefärbten Fell im Nacken- und Schulterbereich, das einen schönen Kontrast zum restlichen graubraunen Körper bildet. Typisch sind zudem die schwarze Nase und die schwarzen Pfoten.
- Beuteltier-Wunder: Wie bei allen Kängurus kommen die Jungen nach nur etwa 30 Tagen Tragzeit winzig klein zur Welt und krabbeln instinktiv in den Beutel. Dort bleiben sie für etwa neun Monate. Eine Besonderheit ist die „Keimruhe“: Das Weibchen kann direkt nach der Geburt erneut gedeckt werden, doch der neue Embryo entwickelt sich erst weiter, wenn das ältere Geschwisterchen den Beutel endgültig verlässt.
- Winterharte Hüpfer: Bennettkängurus stammen aus den gemäßigten Zonen Südostaustraliens und Tasmaniens. Sie sind so an Kälte angepasst, dass sie sogar im verschneiten Europa im Freien leben können. Historische Versuche zeigten, dass sie selbst strengste Frostnächte von bis zu -22 Grad unbeschadet überstehen, solange ihnen ein trockener Unterstand zur Verfügung steht.
- Gesellige Feinschmecker: In der Natur leben sie einzeln oder in kleinen Gruppen und ernähren sich von Gräsern, Kräutern und Blättern. In Trockenzeiten graben sie sogar nach saftigen Wurzeln, um ihren Wasserbedarf zu decken. Sie sind sehr soziale Tiere und vertragen sich im Zoo hervorragend mit Mitbewohnern
Wusstest du schon? Bennettkängurus nutzen ihren kräftigen Schwanz beim schnellen Hüpfen als Balancierstange und beim langsamen Gehen sowie im Stand als „fünftes Bein“, um ihr Gewicht abzustützen.
________________________________________________________________________________________________________________________________
Erdmännchen (Suricata suricatta)
Das Erdmännchen ist der unangefochtene Publikumsliebling und ein echtes „Organisationstalent“ aus dem südlichen Afrika. Die flinken Mangusten leben in streng organisierten Familienclans von bis zu 40 Tieren, in denen Teamarbeit überlebenswichtig ist.
- Wachposten auf Posten: Bekannt sind Erdmännchen für ihr „Männchenmachen“. Ein Wächter hält stets Ausschau nach Adlern oder Schakalen, während der Rest der Gruppe entspannt nach Käfern und Skorpionen gräbt. Ein kurzes Piepen signalisiert: „Alles sicher!“
- Matriarchat: Bei den Erdmännchen haben die Frauen das Sagen. Nur das dominante Weibchen führt die Gruppe an und sorgt meist allein für Nachwuchs. Alle anderen Clanmitglieder helfen als Babysitter oder Ammen bei der Aufzucht der Jungen.
- Wüstenspezialisten: Ihre dunklen Augenflecken wirken wie eine natürliche Sonnenbrille, und ihre Ohren können sie beim Graben fest verschließen, damit kein Sand eindringt.
- Botschafter der Savanne: Auch wenn sie laut Roter Liste der IUCN derzeit nicht gefährdet sind, machen sie im Zoo auf den bedrohten Lebensraum in der Kalahari oder Namib aufmerksam.
Schon gewusst? Erdmännchen sind extrem gesellig – eine neue Gruppe im Zoo wird meist aus verwandten Männchen und einem „fremden“ Weibchen gegründet, das dann zur neuen Königin aufsteigt.
________________________________________________________________________________________________________________________________
Grauer-Pfaufasan (Polyplectron bicalcaratum)
Der Indochina-Pfaufasan oder grauer Pfaufasam ist der „heimliche Star“ der asiatischen Wälder. Er gehört zu den Spiegelpfauen und verdankt seinen Namen den glänzenden, pfauenähnlichen „Augen“ auf seinem Gefieder. Unter allen Pfaufasanen hat er das größte Verbreitungsgebiet, das sich von Nordostindien bis nach Südostasien erstreckt.
- Schillerndes Federkleid: Während das Männchen ein elegantes Graukleid mit einer markanten Federhaube trägt, ist das Weibchen eher unauffällig braun gefärbt. Beide Geschlechter schmücken sich jedoch mit irisierenden Augflecken auf dem Rücken und den Flügeln.
- Die große Show: Bei der Balz wird es spektakulär! Das Männchen fächert seine Schwanzfedern auf und spreizt die Flügel weit, um dem Weibchen das volle Panorama seiner schillernden Farbpunkte zu präsentieren.
- Heimlicher Waldbewohner: In seiner Heimat lebt er zurückgezogen im dichten Unterholz und Bambusdickicht. Er ist ein leiser Wanderer, der fast lautlos nach Beeren, Sämereien und Insekten wie Termiten scharrt.
- Konzert im Dickicht: Auch wenn man ihn im dichten Wald selten sieht, so hört man ihn umso besser. Sein lauter, bellender Territorialruf ist charakteristisch für die Bergwälder Asiens.
- Familienglück: Pfaufasanen legen meist nur ein oder zwei Eier pro Gelege. Die Küken sind wahre „Schattenreiter“: Sie weichen ihrer Mutter nicht von der Seite und suchen bei Gefahr sofort Schutz unter ihrem breiten Schwanz.
Schon gewusst? Der Indochina-Pfaufasan gilt als sehr verträglich und zahm. In unseren Volieren lebt er daher oft in harmonischer Nachbarschaft mit anderen Vogelarten wie Tauben.
________________________________________________________________________________________________________________________________
Grüne Meerkatzen (Chlorocebus-Artengruppe)
Grüne Meerkatzen gehören zu den anpassungsfähigsten und geselligsten Primaten Afrikas. Man findet sie fast überall südlich der Sahara – von lichten Wäldern und Savannen bis hin zu Gärten in menschlichen Siedlungen. In Zoos sind sie die perfekte Ergänzung für Afrika-Anlagen, wo sie oft gemeinsam mit großen Huftieren leben.
- Farbenfrohe Erscheinung: Ihr Fell schimmert meist gelblich-grau bis olivgrün. Besonders auffällig sind die Männchen: Sie besitzen ein leuchtend blaues Skrotum und einen roten Penis – Signalfarben, die in der Rangordnung der Gruppe eine wichtige Rolle spielen.
- Soziale Teamplayer: Diese Meerkatzen leben in großen Rudeln von bis zu 50 Tieren. Sie verfügen über ein komplexes Warnsystem mit unterschiedlichen Rufen für verschiedene Feinde wie Adler, Schlangen oder Leoparden.
- Wahre Allesfresser: Ob Früchte, Blüten, Blätter oder Insekten – Grüne Meerkatzen finden überall etwas zu fressen. Diese Flexibilität macht sie zu erfolgreichen Überlebenskünstlern.
- Schutz & Artenschutz: Während die meisten Formen nicht gefährdet sind, unterstützt die Zoogemeinschaft wichtige Projekte vor Ort. So fördert beispielsweise der Chester Zoo den Schutz der Tantalus-Grünmeerkatze in Nigeria.
Im Zoo: Grüne Meerkatzen sind neugierige und aktive Beobachter. Sie sind sogar gute Schwimmer und schrecken auch vor Wassergräben nicht zurück – eine Eigenschaft, die bei der Gestaltung ihrer Gehege im Tierpark stets berücksichtigt wird.
________________________________________________________________________________________________________________________________
Halsbandpekari (Pecari tajacu)
Obwohl sie auf den ersten Blick wie kleine Wildschweine aussehen, gehören Pekaris zur eigenständigen Familie der Nabelschweine. Das Halsbandpekari ist der kleinste und anpassungsfähigste Vertreter dieser Gruppe und besiedelt fast den gesamten amerikanischen Doppelkontinent – vom Regenwald bis zur knallheißen Wüste.
- Der „Mitgliedsausweis“ im Fell: Pekaris besitzen eine markante Drüse auf dem Rücken. Indem sie sich gegenseitig damit einreiben, verpassen sie jedem Clan-Mitglied einen identischen Gruppenduft. So erkennen sie Freunde auch im dichten Gebüsch sofort.
- Frauenpower: Die Gruppen (bis zu 30 Tiere) werden von einem erfahrenen Alpha-Weibchen angeführt (Matriarchat). Besonders rührend: Ältere Schwestern und Tanten helfen als „Ammen“ intensiv bei der Aufzucht der rötlich-braunen Jungtiere.
- Wüstenspezialisten: In trockenen Gebieten fressen sie mit Vorliebe wasserreiche Opuntien-Kakteen. Ihre dolchartigen Eckzähne sind zudem so kräftig, dass sie selbst härteste Palmnüsse mühelos knacken können.
- Schutzstatus: Laut Roter Liste der IUCN gelten sie als nicht gefährdet, sind aber wichtige Botschafter für den Erhalt der biologischen Vielfalt Amerikas.
Wusstest du schon? Das helle „Halsband“, dem sie ihren Namen verdanken, lässt ihren Kopf für Feinde optisch größer erscheinen, als er eigentlich ist – ein cleverer Trick der Natur zur Abschreckung!
________________________________________________________________________________________________________________________________
Katta (Lemur catta)
Mit seinem markanten schwarz-weiß geringelten Schwanz und seinem neugierigen Wesen ist der Katta der unangefochtene Star unter den Lemuren. Da sie sehr friedlich sind, triffst du sie in vielen Zoos in begehbaren Gehegen, wo sie fast wie kleine Gastgeber wirken.
- Sonnenanbeter: Kattas lieben das Licht. Oft sieht man sie in der typischen „Sonnenanbeter-Pose“: Mit ausgebreiteten Armen sitzen sie am Boden und lassen sich den Bauch von der Sonne wärmen.
- Frauenpower: Im Gegensatz zu vielen anderen Primaten haben bei den Kattas die Weibchen das Sagen. Die Gruppen werden von einem dominanten Weibchen angeführt, das bestimmt, wo es langgeht.
- Der Schwanz als Signal: Der Ringelschwanz ist weit mehr als nur Schmuck. Beim Gehen wird er wie eine senkrechte Antneit in die Luft gestreckt, damit die Gruppe im hohen Gras zusammenbleibt. Bei Streitigkeiten nutzen die Männchen ihn für „Stinkkämpfe“, indem sie ihn mit Duftsekreten bestreichen und dem Gegner entgegenwedeln.
- Gefährdeter Inselbewohner: In ihrer Heimat im Süden Madagaskars sind Kattas laut Roter Liste der IUCN stark gefährdet (Endangered). Zoos weltweit arbeiten eng zusammen, um die Art durch Zuchtprogramme (EEP) und gezielte Projekte vor Ort – wie die Finanzierung von Waldpatrouillen – zu retten.
Im Zoo: Kattas sind extrem geschickte Kletterer, halten sich aber auch sehr gerne am Boden auf. In unseren Anlagen kannst du ihr komplexes Sozialverhalten und ihre faszinierende Art der Kommunikation hautnah mitleben.
________________________________________________________________________________________________________________________________
Lisztäffchen (Saguinus oedipus)
Das Lisztäffchen ist einer der charaktervollsten Bewohner der südamerikanischen Regenwälder. Seinen Namen verdankt es seiner beeindruckenden weißen Haarpracht, die den Berliner Zoodirektor Ludwig Heck an die Frisur des Komponisten Franz Liszt erinnerte. Im Englischen ist es passenderweise als „Cotton-top Tamarin“ (Baumwollkopf-Tamarin) bekannt.
- Vom Aussterben bedroht: Ursprünglich in einem kleinen Gebiet im Nordwesten Kolumbiens zu Hause, ist das Lisztäffchen heute laut Roter Liste der IUCN vom Aussterben bedroht (Critically Endangered). Hauptgründe sind der massive Verlust ihres Lebensraums und der frühere Fang für den Tierhandel sowie für Labore.
- Soziales Familienleben: Die Äffchen leben in festen Gruppen, in denen meist nur ein dominantes Weibchen Nachwuchs bekommt. Erstaunlich ist der Zusammenhalt: Alle Gruppenmitglieder, insbesondere die Väter und älteren Geschwister, helfen intensiv bei der Pflege und dem Tragen der meist zwilling geborenen Jungtiere.
- Flinke Allesfresser: Lisztäffchen sind tagaktiv und verbringen den Großteil ihrer Zeit in den Baumkronen. Dort suchen sie geschickt nach Früchten, Insekten, BaumSäften und sogar kleinen Echsen.
- Artenschutz im Fokus: Zoos weltweit spielen eine überlebenswichtige Rolle für diese Art. Durch das Internationale Zuchtbuch und Programme wie das kolumbianische Proyecto Tití wird der Erhalt der Art sowohl im Zoo als auch in ihrem natürlichen Lebensraum aktiv gefördert.
Wusstest du schon? Lisztäffchen können sehr temperamentvoll sein! Gegenüber anderen Tierarten verteidigen sie ihr Revier oft mit überraschender Aggressivität, weshalb sie im Zoo meist in eigenen Familiengehegen gehalten werden.
________________________________________________________________________________________________________________________________
Polarfuchs (Vulpes lagopus)
Der Polarfuchs ist ein Meister der Kälteisolierung. Er bewohnt die baumlosen Tundra-Regionen rund um den Nordpol und besitzt das am besten isolierende Fell aller Säugetiere. Damit übersteht er problemlos Temperaturen von bis zu -50 °C.
- Anpassung nach Maß: Um in der Eiseskälte keine Körperwärme zu verlieren, hat der Polarfuchs im Vergleich zum Rotfuchs deutlich kürzere Ohren, Beine und eine kompaktere Schnauze. Sogar seine Pfotensohlen sind dicht behaart, was ihm auf Eis und Schnee sicheren Halt gibt.
- Zwei Gesichter: Man unterscheidet zwei Farbvarianten: den Weißfuchs, der im Winter schneeweiß ist, und den Blaufuchs, dessen Winterfell stahlblau bis dunkelgrau schimmert. Im Sommer wechseln beide in ein eher unauffälliges, bräunlich-graues Tarnkleid.
- Opportunistischer Jäger: In der kargen Arktis darf man nicht wählerisch sein. Seine Hauptnahrung sind Lemminge, aber er frisst auch Vögel, Eier, gestrandete Meerestiere oder folgt Eisbären, um deren Beutereste zu verwerten.
- Große Kinderstuben: Wenn das Nahrungsangebot (vor allem Lemminge) gut ist, können Polarfüchse sehr große Würfe von bis zu 12 Welpen großziehen. Der Aufzuchterfolg schwankt daher zyklisch mit dem Vorkommen ihrer Beutetiere.
- Gefährdung & Klima: Während die Art weltweit als nicht gefährdet gilt, sind die Bestände in Skandinavien bedroht. Zudem ist der Polarfuchs ein wichtiger Botschafter für den Klimaschutz, da die globale Erwärmung seinen Lebensraum schrumpfen lässt und der größere Rotfuchs zunehmend in sein Revier vordringt.
Wusstest du schon? Polarfüchse sind extrem wanderfreudig. Auf der Suche nach Nahrung legen sie oft tausende Kilometer über das Packeis zurück.
________________________________________________________________________________________________________________________________
Rothandtamarin (Saguinus midas)
Der Rothandtamarin – auch Goldhandtamarin genannt – ist ein kleiner, flinker Bewohner der Regenwälder im Nordosten Südamerikas. Sein Name ist Programm: Während sein Körper in dichtes, schwarzes Fell gehüllt ist, leuchten seine Hände und Füße in einem scharfen Kontrast aus kräftigem Orange oder Goldgelb.
- Überlebenskünstler im Geäst: Diese tagaktiven Äffchen sind extrem anpassungsfähig. Man findet sie nicht nur in unberührten Urwäldern Guyanas oder Brasiliens, sondern oft auch in der Nähe von Siedlungen. Den Nachmittag verbringen sie meist sicher versteckt in dichten Lianengewächsen.
- Speiseplan der Tropen: Rothandtamarine sind geschickte Jäger von Insekten und Spinnen. Ebenso wichtig sind für sie jedoch Früchte, Nektar und nahrhafte Baumsäfte, die sie durch das Anritzen der Rinde gewinnen.
- Starker Familienzusammenhalt: In Gruppen von bis zu 12 Tieren kümmert sich die ganze Familie um den Nachwuchs. Sobald die meist im Winter geborenen Zwillinge etwa fünf Tage alt sind, übernehmen der Vater und andere Gruppenmitglieder das Tragen der Kleinen – die Mutter übernimmt sie meist nur noch zum Säugen.
- Botschafter des Regenwalds: Obwohl die Art laut Roter Liste der IUCN aktuell als nicht gefährdet gilt, ist sie ein idealer Botschafter, um auf die Bedeutung und den Schutz der südamerikanischen Ökosysteme aufmerksam zu machen.
Wusstest du schon? Rothandtamarine sind sehr territorial. Wenn es um die Verteidigung ihrer liebsten Futterbäume geht, schrecken sie auch vor lautstarken Auseinandersetzungen mit benachbarten Gruppen nicht zurück!
________________________________________________________________________________________________________________________________
Stachelschweine (Hystricidae)
Stachelschweine sind die wehrhaften Giganten unter den Nagetieren. Mit einer Körperlänge von bis zu einem Meter gehören sie – nach dem Wasserschwein und dem Biber – zu den größten Nagern der Welt. Ihr imposantes Stachelkleid macht sie unverwechselbar und zu faszinierenden Botschaftern der afrikanischen und asiatischen Fauna.
- Wer ist wer? Das auffälligste Merkmal sind die bis zu 30 cm langen Stacheln auf dem Rücken und am Schwanz. Diese bestehen aus Keratin – dem gleichen Material wie unsere Haare oder Fingernägel. Während die Männchen und Weibchen optisch kaum zu unterscheiden sind, erkennt man die verschiedenen Arten oft an der Länge ihrer Stacheln oder der Ausprägung ihres markanten Nackenkamms.
- Waffen aus Horn: Die Stacheln dienen der hocheffektiven Verteidigung. Bei Gefahr stellt das Stachelschwein seine Spieße auf, lässt sie rasselnd aneinanderklatschen und läuft im Rückwärtsgang auf den Angreifer zu. Entgegen hartnäckiger Mythen können sie ihre Stacheln nicht „verschießen“ – sie sitzen jedoch locker in der Haut und bleiben bei Berührung leicht im Gegner stecken.
- Monogame Familienmenschen: Ungewöhnlich für Nagetiere leben Stachelschweine in festen, monogamen Paaren. Gemeinsam mit ihrem Nachwuchs bilden sie enge Familiengruppen. Die Jungtiere kommen bereits mit weichen Stacheln zur Welt, die an der Luft innerhalb weniger Stunden zu gefährlichen Spießen aushärten.
- Nachtaktive Genießer: Als dämmerungs- und nachtaktive Tiere verbringen sie den Tag meist in selbst gegrabenen Erdbauten oder Felsspalten. Nachts begeben sie sich auf Nahrungssuche und fressen Wurzeln, Knollen, Früchte und Rinde. Mit ihren kräftigen Nagezähnen können sie selbst härteste Pflanzenteile mühelos zerkleinern.
Wusstest du schon? Die hohlen Stacheln am Schwanzende dienen als „Rassel“. Wenn das Stachelschwein aufgeregt ist, schüttelt es seinen Schwanz und erzeugt ein lautes, warnendes Geräusch, das selbst Löwen und Leoparden zur Vorsicht mahnt.
________________________________________________________________________________________________________________________________
Südamerikanischer Nasenbär (Nasua nasua)
Der Nasenbär ist ein quirliger und hochintelligenter Bewohner der südamerikanischen Wälder. Als tagaktive, soziale und extrem geschäftige Tierart ist er ein Publikumsliebling und ein hervorragender Botschafter für den Schutz der biologischen Vielfalt Lateinamerikas.
- Wer ist wer? Er ist ein naher Verwandter des Waschbären, wirkt aber mit seinem schlanken Körper fast marderähnlich. Markant sind der meist aufrecht getragene, geringelte Schwanz und die namensgebende, rüsselartige Nase. Mit ihr stöbert er im Laub unermüdlich nach Insekten, Früchten oder kleinen Wirbeltieren.
- Akrobaten der Baumwipfel: Nasenbären sind exzellente Kletterer. Eine Besonderheit: Sie können Baumstämme mit dem Kopf voran hinabklettern! Dazu besitzen sie extrem bewegliche Gelenke an den Pfoten, die ihnen auch in steilen Lagen festen Halt geben.
- Starke Frauengemeinschaften: Während erwachsene Männchen meist als Einzelgänger leben, bilden die Weibchen mit ihrem Nachwuchs beeindruckende Gruppen von bis zu 65 Tieren. Diese „Banden“ durchstreifen gemeinsam den Wald und schützen sich gegenseitig vor Fressfeinden.
- Ein runder Geburtstag im Nest: Die Jungen kommen blind und hilflos zur Welt. Die ersten Wochen verbringen sie mit ihrer Mutter in einem geschützten Nest hoch oben in den Bäumen, bevor sie gemeinsam mit der gesamten Gruppe am Boden auf Entdeckungstour gehen.
Wusstest du schon? Um stachelige oder brennhaarige Insekten zu fressen, haben Nasenbären einen Trick: Sie rollen die Beute so lange mit den Vorderpfoten im Laub hin und her, bis alle gefährlichen Haare oder Stacheln abgerieben sind.
